DLRG übt - Sonar im Einsatz

19.05.2019

DLRG Kleve übt – Sonar im Einsatz

Im Rahmen der regelmäßig stattfindenden Übungsabenden der DLRG Ortsgruppe Kleve e.V. ging es um die Thematik Personensuche unter Wasser  unter Einsatz des Side-Scan-Sonar.
Derik Stalder, Ausbilder und Prüfer für das Bootswesen, stellte die angenommene Lage dar.

Eine Person sei von der seeseitigen Seite des Schleusentores der alten Schleuse in Brienen in den Altrhein gestürzt. Nähere Hinweise über das Geschehen seien aktuell nicht bekannt. Taucher hätten bereits den Bereich der Schleusentore, jedoch erfolglos abgesucht. Somit sei zu vermuten, dass die Person unter Wasser abgetrieben ist und sich damit im Bereich des Altrheinbeckens vor der Schleuse befindet.

Vorangegangen war eine intensive Einführung in die Technik und der Benutzung der Sonarsysteme.
Stalder stellte hierbei die beiden wesentlichen Systemvarianten vor. Hierbei wird in bordbasiertem Systemen sowie dem Schlepptorpedo System unterschieden. Die Übungsteilnehmer erhielten einen detaillierten Überblick über die Besonderheiten beider Varianten.

Die DLRG setzt im Bezirk Kreis Kleve ein bordbasiertes System ein. Dieses zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass es schnell, mobil sowie mit geringem Personalaufwand betrieben werden kann. Hierdurch ist ein Einsatz besonders auch in kleinen Suchgebieten effektiv, wobei sich eine Tiefenbegrenzung lediglich durch eine maximale Wassertiefe von 40 Meter ergibt.
„Ein entscheidender Faktor, ob eine Suchoperation erfolgreich ist oder nicht, ist das Einstellen und Abarbeiten eines passenden Suchmusters“, so Derik Stalder. Nur wenn das Suchgebiet systematisch erfasst wird, kann die untersuchte Fläche mit Gewissheit auf Auffälligkeiten untersucht werden. Die Erforderlichkeiten eines Systems wurden im Laufe der theoretischen Einweisung vermittelt.

Bei Verwendung des Sidescan -  Sonar tastet ein schmaler Strahl – gewissermaßen wie ein Fächer – den Untergrund ab. Hierbei wird die vermeintlich geringe Abdeckung durch das langsame Abtasten des Untergrundes kompensiert. Die gewonnenen Schichtaufnahmen vom Untergrund werden durch das Gerät zu einem Gesamtbild zusammengeführt. An zahlreichen Beispielen konnten sich die Aktiven von der nahezu fotorealistischen Abbildung des Untergrundes überzeugen.

„An den Einsatz der Taucher führt aber kein Weg vorbei“, so Pressesprecher Herbert Boot. „Bei einem sogenannten Objektkontakt erfolgt durch die Bootsbesatzung unmittelbar eine Markierung der jeweiligen GPS-Position. Ein schnelles Agieren entscheidet darüber, ob der Einsatz mit einer Rettung oder Bergung endet“, so Boot ergänzend.

Ein gut aufeinander abgestimmtes Sonar-Team, bestehend aus Bootsführer und Ableser ist der Garant für mögliche Sucherfolge. „Die Bedingungen vor Ort, also Wellengang, Wind, Seegangs bedingte Artefakte und Kursabweichungen stellen hierbei Hindernisse beim Sonareinsatz dar.

Derik Stalder resümiert:“ Zeit, Geduld, Ausdauer und Übung sind wichtige Faktoren, schließlich ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.

HB