Rettungsschwimmer aktiv an der Küste

13.08.2018

Julia Boot, Daniel Boßmann-van-Husen und Hendrik Schüßler nutzten die Gelegenheit, einmal intensiv Küstenluft zu schnuppern. Vorausgegangen war eine entsprechende Bewerbung an die DLRG Ortsgruppe Lübeck e.V. "Die DLRG unterhält u.a. auch den Küsten der Nord- u. Ostsee zahlreiche Wasserrettungsstationen. Die Unterstützung durch Ortsgruppen aus dem Binnenland ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass dieser Dienst überhaupt geleistet werden kann", so Herbert Boot, Pressesprecher der OG Kleve. Die Einteilung der Rettungsschwimmer erfolgt in Abhängkeit zur jeweiligen Qualifikation.

Wachdienst
Es galt täglich einen insgesamt ca. 2 Kilometer langen Strandabschnitt auf der Travemünder Stadtseite zu beaufsichtigen. Organisatorisch wird die Hauptwache durch einen Wachleiter geführt .Die Hauptwache stellt zugleich als Leitstelle das Bindeglied zwischen den drei Wachtürmen, den Rettungsbooten sowie den Strandposten dar. So verfügt diese nicht nur über einen großen Hauptturm sondern auch über Küche, Sanitätsraum, Schlafräume und entsprechende sanitäre Anlagen. Weitere Wachtürme befinden sich jeweils zentral unmittelbar am Strand und sind täglich zwischen 09.30 Uhr und 18.00 Uhr besetzt. Von hier aus besteht ein perfekter Rundum-Blick über die jeweiligen Strandabschnitte. Entscheidend: Schnelles Eingreifen in Notsituationen. Hierfür stehen neben Notrallrucksäcken einschl. Sauerstoff auch ein AED auf der Hautpwache zur Verfügung.

Aufgaben
Die Aufgaben sind sehr vielfältig und gehen weit über den Rahmen hinaus, den die Rettungsschwimmer beispielsweise am Wisseler See zu leisten haben. So ist neben der Kernaufgabe, das Beobachten der Badegäste und Strandbesucher, insbesondere auch das Suchen nach "verloren gegangenen" Kindern eine wichtige Tätigkeit. Als besonders hilfreich hat sich die Ausgabe von Kindersucharmbändern erwiesen. Eltern können diese bei Beginn Ihres Strandurlaubs bei der regionalen Wachstation abholen. Ständig sind Badegäste über mögliche Gefahren zu belehren. Hierzu gehören nicht nur Brückenspringer sondern auch die Nutzer von Lenkdrachen. Kontrollfahrten mit den Rettungsbooten sowie Rettungsboard aber auch Fahrrädern gehören ebenso zu den Tätigkeiten, die jeweils in zwei Schichten geleistet werden. Klar, die Rettungsschwimmer sind Ansprechpartner in allen Angelegenheiten, egal ob es um Wetter, Strömung, Wasserqualität oder das Vorkommen von Quallen geht.
Erst-Hilfe-Leistungen sind in besonderem Maße gefordert. "Zwei Wochen Küstendienst sind aufwendiger und bringen mehr Praxis als ein mehrmonatiger Dienst an einem Binnengewässer", so Julia Boot. "Schön aber, wenn man stets voll gefordert ist", so Hendrik Schüßler.

Unterbringung
Die insgesamt ca. 20 RettungsschwimmerInnen sind auf dem Travemünder Wahrzeichen, der im Jahr 1911 gebauten und 115 m langen Viermastbark "Passat" untergebracht. Schon beeindruckend: Zwei Jahre später, also 1913, wurde die DLRG gegründet. Es stehen 2- oder 3-Kojen Kammern zur Verfügung. Das Achterdeck kann durch die Wachmannschaft jeden Abend zur Freizeitgestaltunggenutzt werden. "Man kann den Tag in einem tollen Ambiente ausklingen lassen, während die "dicken Pötte" praktisch in Armlänge an einem vorbeifahren", so Daniel Boßmann-van-Husen. Toll war auch, dass zu diesem Zeitpunkt die Travemünder Woche stattfand. Diese lieferte neben phantastischen Segelregatten auch eine gelungene Mischung aus Sport und Festival.
Die Aktiven nutzen die Zeit auch zum Wasserskifahren, der Mitfahrt auf einem Lotsenboot sowie den Besuch der Ostsee-Therme Scharbeutz.

Fazit
Alle empfanden die Zeit in Travemünde als interessant, lehr-und erfahrungsreich, spannend aber auch spaßig. Viele neue Kontakte wurden geknüpft. Die Wichtigkeit einer guten Zusammenarbeit in einer Gemeinschaft wurde besonders in den zahlreichen Einsatzsituationen deutlich. Besonders motivierend war auch, dass sich Badegäste für den ehrenamtlichen Einsatz bedankt haben. Denn tatsächlich erhalten die Aktiven - neben der Erstattung der Fahrkosten - lediglich ein kleines Taschen-sowie Verpflegungsgeld. Daniel war bereits das zweite Mal im Wasserrettungsdienst an der Küste. "Ich bin in jedem Falle auch im kommenden Jahr wieder dabei", so sein zusammenfassender Kommentar, "Gerade die Anforderungen im Sanitätsdienst haben mir sehr gut gefallen. Toll auch die Zusammenarbeit mit den örtlichen Rettungsdiensten".

DBvH / HB