Test Schlauchboot auf dem Rhein

27.02.2018

"Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern...!"


 ...so lautet die erste Zeile des Refrains eines bekannten Liedes von Freddy Quinn. "Ganz so stimmt das aber nicht," berichtet Dominik Schilder, stellvertretender Leiter Einsatz der DLRG Ortsgruppe Kleve, "denn das kalte Wetter am vergangenen Samstag hat unseren neuen Bootsführern schon recht viel abverlangt. Seit ihrer Prüfung im Herbst, war dies die zweite Bewährungsprobe als ausgebildete Bootsführer, nach der Hochwasserübung im Dezember. Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt und dazu ein starker Wind- irgendwann ist da jeder durchgefroren."  Aber auch die Aussicht auf kalte Füße und nasse Klamotten schreckte die fünf Bootsführer nicht ab, die spontan dem Aufruf folgten, ein neues Rettungsschlauchboot einigen Tests zu unterziehen und auf Herz und Nieren zu prüfen. Begleitet wurde das Schlauchboot vom Rettungsboot der DLRG Kleve >Johanna Sebus<.

Das neue Schlauchboot ist 4,25 lang, hat einen 28 PS starken Außenborder und kann der DLRG Kleve zukünftig als Ausbildungs- und Schulungsboot dienen. Boot und Motor wurden mit privaten Mitteln beschafft und in Eigenarbeit zum Rettungsboot ausgebaut. "Einer unserer Ausbilder/Prüfer Boot, Derik Stalder, hat hier in den letzten Wochen sehr gute Arbeit geleistet." Das Boot ist sehr leicht, kann mit vier Personen problemlos auch zu schwer erreichbaren Einsatzorten getragen werden, und erreicht auf ruhigem Wasser eine Geschwindigkeit von bis zu 23 Knoten, etwa 40 km/h. "Dieser Typ Rettungsboot wurde eigentlich für den Einsatz im Brandungsbereich der Küsten entwickelt und kann bis zu einer Windstärke von 7 Beaufort eingesetzt werden." erklärt Dominik Schilder. "Das entspricht einer Windgeschwindigkeit von rund 55 km/h und bis zu 3m hohen Wellen." Damit hatte die Bootscrew der DLRG Kleve am vergangenen Samstag natürlich nicht zu kämpfen, aber die Wellen auf dem Rhein nahe des Vossegats haben die Teilnehmer ordentlich durchgeschüttelt. Trotz des Wetters hatten alle Beteiligten sichtlich Spaß und meisterten die zu fahrenden Manöver mit Bravour.

Einige Restarbeiten am Boot und an der Ausrüstung müssen jetzt im Frühjahr noch vorgenommen werden, ab Sommer soll das Boot dann der DLRG Kleve für Schulungszwecke zur Verfügung stehen. "Ist natürlich klar, dass wir dann auch mal an die Nordsee fahren, um in der Brandung unter realistischen Bedingungen zu üben," so Derik Stalder, der schon mehrere Fortbildungen für die Bootsführer der DLRG Kleve organisiert hat. "Wir können alle noch dazu lernen, haben über 20 Rettungsbootsführer bei der DLRG in Kleve, und auch kalte Füße und Finger können uns jetzt wirklich nicht mehr erschüttern. Vielleicht sollte man den Liedtext für uns DLRG´ler mal umdichten."

DS